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Fächer - Geschichte

Geschichte ist nicht gleich Vergangenheit!

Geschichte begegnet uns überall, auch in Ditzingen und Umgebung gibt es viele Zeugnisse der Geschichte: das Rathaus, die Konstanzer und Speyrer Kirche, St. Maria, das Schloss, den Bahnhof, der Hirschlandener Krieger, die Burgruine Nippenburg, Straßennamen erinnern an berühmte Personen (z. B. Lessingstraße) oder an die frühere Nutzung eines Ortes (z. B. Mühlstraße). In Gesprächen mit Eltern oder Großeltern über die Vergangenheit wird uns bewusst, dass wir alle eine Geschichte haben und gleichzeitig Teil der Geschichte sind. Wir Menschen haben einen Sinn für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Daher können wir herausfinden, welche Bedeutung ein Ereignis der Vergangenheit für die Gegenwart hat und Vermutungen über zukünftige Folgen dieses Ereignisses formulieren.

Geschichte begegnet uns in Quellen

Das Wissen über Ereignisse in der Vergangenheit gewinnen wir durch die Zeugnisse, die Geschichtsforscher (Historiker, Archäologen) Quellen nennen. Schriftliche Quellen wie Urkunden, Briefe oder Tagebücher und nichtschriftliche Quellen wie Bilder, Werkzeuge, Ton- und Filmaufzeichnungen sowie Überreste von Häusern werden von Historikern und Archäologen ausgewertet. Dabei gehen sie vor wie Detektive, die einen kniffligen Fall lösen müssen: Sie stellen Fragen und suchen nach Quellen, die auf diese Fragen Antworten geben können. Sie tragen zahllose Beobachtungen zusammen und kombinieren wie Sherlock Holmes. Wenn sich einzelne Quellen widersprechen (Multiperspektivität), wichtige Quellen fehlen, Zeugen sogar lügen, müssen sie ihre Schlussfolgerungen gut begründen. Diese Methoden lernst du im Geschichtsunterricht, sodass am Ende ein Bild von Personen, Ereignissen und Zuständen früherer Zeiten entsteht.

Geschichte bietet Orientierung

Im Lauf des Geschichtsunterrichts am Gymnasium wirst du dich mit unterschiedlichen Zeiträumen beschäftigen. Zeiträume, die durch gleichbleibende Merkmale gekennzeichnet sind, nennt man Epoche. In Klasse 6 wirst du dich mit der Ur- und Frühgeschichte des Menschen, der Antike und dem frühen Mittelalter beschäftigen, in Klasse 7 folgen das Hoch- und Spätmittelalter sowie die Frühe Neuzeit, in den Klassen 8 bis zur Oberstufe stehen vor allem die Neuzeit und die Zeitgeschichte im Mittelpunkt. Das Wissen, das du dir über die Geschichte aneignest, kannst du zur Orientierung nutzen. Geschichte kann so zum Verständnis von Gegenwart und Zukunft, zum Aufbau der eigenen Identität und zur Begründung gegenwarts- und zukunftsbezogener Handlungen dienen.

denk mal! Ditzingen - damals und heute (AG ab Klasse 9)

Tiergartenstr. 4, Berlin

Hinter dieser harmlosen Adresse verbirgt sich eines der schlimmsten Verbrechen des Nationalsozialismus – die T4-Aktion.

Die Nationalsozialisten sprachen nicht allen Menschen das gleiche Recht auf Leben zu. In ihrer Ideologie hatten nur gesunde Arier ein Anrecht darauf. Kranke und Menschen mit Behinderung zählten nicht dazu. Deshalb, so der schreckliche Gedankengang, kann man diese Menschen töten. Die Nationalsozialisten umschrieben diese Aktion beschönigend mit dem Begriff Euthanasie - ein griechischer Begriff, der übersetzt „schöner Tod“ heißt.

Auch in Ditzingen gab es Mitbürger*innen, die Opfer dieser Aktion wurden.

In der denk-mal!-AG erarbeiten Schüler*innen jahrgangsstufenübergreifend ab Klasse 9 in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Ditzingen und dem Stadtarchiv Ditzingen diese Opferbiographien.

Wir freuen uns auf euch!

Dagmar Setz und Franziska Zach

DDR-Zeitzeuge zu Besuch am GGD

Die Kursstufe 1 des GGD beschäftigte sich im dreistündigen Deutsch-Grundkurs in den letzten Wochen mit den Schwerpunkten Exilliteratur, DDR und Wende. Der Film „Goodbye Lenin“, den wir im Unterricht durchnahmen, veranschaulichte jedoch vor allem das beschönigte Leben im damaligen Ostblock und die herrschenden Verhältnisse in der DDR. Um den Schülerinnen und Schülern noch eine etwas eindrücklichere Sicht auf die Thematik zu verschaffen, gelang es dem GGD am Freitag, den 13.12., einen Zeitzeugen willkommen heißen zu dürfen.
Benno Kny, 1942 zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Leipzig geboren, vermittelte seinen Zuhörern einen sehr guten Eindruck davon, wie er auf seine Kindheit, sein Studium und vor allem seine unrechtmäßige Inhaftierung nach all diesen Jahren zurückblickt.
Davon, wie er aufgrund verschiedener unglücklicher Zufälle – angefangen bei seiner Berufswahl, die mit einer von Polio verursachten körperlichen Beeinträchtigung zusammenhing, über eine zufällige Begegnung in Auerbachs Keller und schließlich dank einer Zufallsbekanntschaft seiner Tante – von der Stasi verhaftet, wochenlang verhört, wegen „Verleitung zur Republikflucht“ verurteilt, inhaftiert und dann für 40.000 DM von der BRD freigekauft wurde. Sein „Verbrechen“ war, dass er von der Flucht einer DDR-Bürgerin ungewollt erfahren, dieses aber nicht der Stasi gemeldet hatte.
Auf die Frage, was er denn aus der DDR vermisst habe, antwortete er aus ganzem Herzen „die Heimat“. Weder das politische System noch DDR-Nostalgieprodukte wie in „Goodbye Lenin“ sind ihm erinnerungswürdig geblieben. Statt dessen erinnerte er uns eindrücklich daran, dass diejenigen DDR-Bürger, die nicht in der SED waren, bis heute deswegen benachteiligt werden: Sie mussten trotz höherer Qualifikation in schlecht bezahlten Berufen arbeiten und bekommen bis heute niedrigere Renten als ihre Vorgesetzten, die alle Parteimitglieder waren.

Wer mehr erfahren will: auf gedenkort-kassberg.de/kny-benno/ ist ein Auszug aus Benno Knys Buch „Verraten und verkauft“ verlinkt.


(Vanessa, Laurenz, Wei und Zh)

Feldpostbriefe aus Stalingrad - Eine Lesung am Volkstrauertag

„…so nun weißt du es, dass ich nicht wiederkomme…“. Mit diesen Zeilen beginnt ein Brief, der während der Schlacht in Stalingrad geschrieben wurde. Adressiert ist er an die Schwester Greta. Der namentlich nicht bekannte Soldat geht davon aus, dass er die nächsten Kriegstage nicht überleben wird und bittet daher seine Schwester, ihren Eltern diese traurige Nachricht zu überbringen.
„…wir hatten ein wirkliches trauriges Weihnachtsfest…“ Auch dieser Briefanfang stammt von einem deutschen Soldaten, der die Schlacht in Stalingrad erlebt hat. Er beschreibt ein Weihnachtsfest vor dem Hintergrund der Kämpfe an der Front.
Von August 1942 bis Februar 1943 kämpften deutsche Soldaten gegen russische Soldaten in Stalingrad, nachdem das Deutsche Reich im Juni 1941 die Sowjetunion überfallen hatte. Über 700 000 Soldaten, die meisten davon Russen, starben allein bei dieser Schlacht.
Anlässlich des Volkstrauertages haben Schüler*innen der Jahrgangsstufe 9 sich mit diesem Geschehen auseinandergesetzt. Aus der Perspektive der Schwester und eines/einer Schülers*in heute haben sie Briefe verfasst, in denen sie das Grauen des Krieges thematisiert haben. Diese haben sie anlässlich der Feierstunde der Stadt Ditzingen in der Speyerer Kirche am 17.11.2019 vorgetragen, um an den Schrecken des Krieges zu erinnern und dazu aufzufordern, sich für den Frieden einzusetzen. (D.Setz / F.Zach)

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