Einleitung
 
Das Gymnasium in der Glemsaue Ditzingen ist ein allgemeinbildendes Gymnasium mit naturwissenschaftlichem und sprachlichem Profil. Naturwissenschaftliche und mathematische Kompetenzen sind in vielen Bereichen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Berufstätigkeit. Fremdsprachenkenntnisse sind unerlässlich, um sich in der globalisierten Welt zurechtzufinden und zu behaupten.

 In beiden Bereichen setzen wir Schwerpunkte:

Im MINT-Bereich (Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik, Technik) legen wir Wert auf anschaulichen und aktivierenden Unterricht. Wir bieten vielfältige Möglichkeiten in und außerhalb des Unterrichts praktisch und experimentell zu arbeiten.

Seit dem Schuljahr 2017/18 bieten wir neben unseren modernen Fremdsprachen Englisch, Französisch und Spanisch sowie der klassischen Fremdsprache Latein einen bilingualen Zug Englisch an, in dem unsere Schüler*innen neben vertieftem Sprachunterricht auch Unterricht in den Fächern Biologie, Gemeinschaftskunde, Geographie und Geschichte auf Englisch erhalten.

Außerdem unterstützen wir unsere Schüler*innen bei der Teilnahme an Akademien und Wettbewerben im sprachlichen, gesellschaftswissenschaftlichen sowie im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.

Als weiterführende Schule, an der die Schüler*innen das Abitur anstreben, legen wir Wert auf ein vielfältiges und lebensnahes Unterrichts- und Erziehungsangebot. Außer den MINT-Fächern und den modernen Fremdsprachen tragen das Fach Deutsch, die Gesellschaftswissenschaften sowie Musik, Kunst, Sport und zahlreiche außerunterrichtliche Angebote und Veranstaltungen grundlegend dazu bei.

Bildung und Erziehung sind nur in einer konstruktiven Zusammenarbeit von Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen möglich. Die Verwendung des „wir“ bringt diese Verpflichtung aller am Schulleben Beteiligten zum Ausdruck und entspricht unserem Verständnis von gemeinsamem Lernen, Lehren und Erziehen in der Schule.

Damit die Leitziele auch in der täglichen Arbeit sichtbar werden, thematisieren wir sie zu Schuljahresbeginn in jeder Klasse.

 

Kapitel 1 Wir pflegen ein freundliches Miteinander und ein gutes Lern- und Arbeitsklima.

In der Schule gehen alle offen, respektvoll und freundlich miteinander um. Wir fördern eine gute Kommunikationskultur sowie Team- und Konfliktfähigkeit. Verlässliche Absprachen, klare Regeln und eine zuverlässige Organisation sind notwendige Voraussetzungen für unsere Arbeitszufriedenheit.

Neben dem Lernen von Inhalten legen wir Wert auf das eigenständige und eigenverantwortliche Lernen der Schüler*innen. Der Erfolg dieses gemeinsamen Lernens ist wesentlich abhängig vom angemessenen Umgang miteinander und von der Arbeitsmotivation.

Das Ankommen der neuen Fünftklässler*innen in unserer Schule und das Zusammenwachsen zu neuen Klassen ist uns ein besonderes Anliegen. In der Einführungswoche (erste Unterrichtswoche im September) und bei einem Interaktionstag werden die Grundlagen für ein gutes Klassen-, Lern- und Arbeitsklima gelegt. In Poolstunden der Klassenlehrer*innen werden in der Klassenstufe 5/6 die Grundlagen des Lernens vertieft, Methoden trainiert und das soziale Miteinander eingeübt.

Lerngänge und Aktionen verschiedener Art fördern das soziale Miteinander der Schüler*innen vor allem innerhalb der Klassen in besonderem Maße. Diesem Ziel dienen auch der Schullandheim-Aufenthalt in Klasse 5 mit interaktiven und sozialen Schwerpunkten, die gemeinsame Alpenüberquerung der zehnten Klassen sowie die Studienfahrt in der Jahrgangsstufe 1, die an unserer Schule nach Berlin führt. Sowohl Schullandheim als auch Studienfahrt bieten eine Vielfalt unterschiedlicher Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten für die Schüler*innen.

Im Rahmen der Ganztagesbetreuung und der Arbeitsgemeinschaften können die Schüler*innen weitere klassen- und jahrgangsübergreifende Angebote wahrnehmen. Verschiedene, ebenfalls von Schüler*innen organisierte Veranstaltungen im Verlauf des Schuljahres (z. B. Sportturniere, Discos, Nikolausaktion, Valentinsaktion, Kulturabend, Gottesdienste) tragen zu einem guten Schulklima bei.

Bei Konflikten können die Beteiligten die Schüler-Mediator*innen um Hilfe bitten. Bei gesundheitlichen Problemen helfen die Schulsanitäter*innen, bei schulischen und persönlichen Problemen bieten der Schulsozialarbeiterin, die Schulseelsorgerin und der Beratungslehrer ihre Hilfe an.

Gute Kommunikation zwischen allen Lernenden und Lehrenden ist uns ein wichtiges Anliegen. Darum bauen wir eine Feedback-Kultur auf und führen jährlich einen Schülersprechtag durch.

Ein gutes Schulklima wird auch wesentlich von der guten Zusammenarbeit der Kolleg*innen untereinander und mit der Schulleitung geprägt. So bilden die Hauptfachlehrer*innen der Unterstufenklassen Teams, die alle auftauchenden klassenspezifischen Probleme beraten und gemeinsam zu lösen versuchen. Die Fachkolleg*innen bilden Jahrgangsteams und kooperieren und unterstützen sich gegenseitig.

Ein freundliches Miteinander und ein gutes Lern- und Arbeitsklima sind nicht ohne die Eltern möglich. Darum bemühen wir uns um eine vertrauensvolle Gesprächskultur mit den Eltern und haben für diesen Zweck ein Gesprächszimmer eingerichtet und einen Elternsprechtag für die Klassenstufen 5 und 7 eingeführt.

 

Kapitel 2 Wir stärken die persönlichen Begabungen und Fähigkeiten.

Die Schule ist ein wichtiger Teil des lebenslangen Lernens. Wir erwerben und vermitteln Kenntnisse und Fähigkeiten, sich in einer von Veränderung geprägten Welt zu orientieren und diese zu gestalten. Dabei ermutigen wir zu guten Leistungen und freuen uns über persönliche Erfolge.

Unsere Hauptaufgabe ist und bleibt der Unterricht, dessen Inhalte durch die Bildungsstandards und unser schulspezifisches Fachcurriculum vorgegeben sind. Hierfür bildet sich das Kollegium regelmäßig weiter.

Wir möchten alle Schüler*innen im Unterricht persönlich fördern, kennen aber auch die damit verbundenen Schwierigkeiten. In der Unterstufe bieten wir deswegen im Rahmen der Poolstunden Mathematik, Deutsch und Englisch Förderunterricht an. 

Wir sind davon überzeugt, dass personale, soziale und kreative Fähigkeiten zu gelingendem Unterricht und persönlichem schulischen Erfolg einen sehr wichtigen Beitrag leisten. Deswegen identifizieren, fördern und stärken wir auch diese Begabungen innerhalb der Schule. Dazu dienen zum einen verschiedene, meist jahrgangsübergreifende Betreuungsangebote und Arbeitsgemeinschaften, die wir zusätzlich zum Unterricht anbieten. Hier legen wir Wert darauf, dass es Angebote im sportlichen, kreativen und sozialen Bereich gibt.

Wir fördern unsere Schüler*innen, indem wir ihnen die eigenständige und eigenverantwortliche Mitarbeit bei den verschiedenen schulischen Angeboten wie der SMV, dem Schulsanitätsdienst und den Mediationsteam empfehlen.

Auch unsere Arbeit in AGs und Unterricht fördert verschiedenste Begabungen. Das Sozialprojekt in Klasse 9 unterstützt v.a. die persönliche Entwicklung.

In Klasse 10 und 11 bieten wir den sprachbegabten Schüler*innen an, das FCE-Cambridge Certificate in Englisch und das Diplôme d’études de langue francaise (DELF) abzulegen.

Der Tag der offenen Tür, der von Schüler*innen organisierte Kulturabend sowie unsere Musik- und Theateraufführungen bieten ein geeignetes Podium für besondere Leistungen und Werke.

 

Kapitel 3 Wir fördern vielfältiges Lernen innerhalb und außerhalb der Schule.

Wir wollen den Unterricht durch vielfältige Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten auch außerhalb der Schule bereichern. Zudem gestalten wir durch eigene öffentliche Veranstaltungen unsere Schule als Teil des gesellschaftlichen Lebens.

Das Gymnasium in der Glemsaue kooperiert mit vielen außerschulischen Einrichtungen und bezieht diese in die pädagogische Arbeit an der Schule mit ein.

Außerunterrichtliche Aktivitäten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Schüler*innen. Sie stärken das sportliche, künstlerische und musische Lernen an der Schule, geben Einblicke in die Wirtschaft und fördern das soziale Lernen und das emotionale Erleben. Es ist selbstverständlich, dass Lerngänge und Exkursionen ohne die Unterstützung der jeweiligen außerschulischen Ansprechpartner undenkbar sind. Eigene Schulveranstaltungen wie der Kulturabend, Theateraufführungen, Vorträge und Ausstellungen gewinnen durch die Mitwirkung außerschulischer Partner*innen, Referent*innen und Künstler*innen. Der Förderverein unterstützt und initiiert Aktivitäten der Schule ideell und finanziell.

Schüleraustausche mit Partnerschulen in Frankreich, Ungarn, Polen und Spanien geben den Schüler*innen in besonderem Maße Gelegenheit, nicht nur ihre Sprachfertigkeit zu verbessern, sondern durch den persönlichen Kontakt mit den Austauschschülerinnen und -schülern und deren Familien ein anderes Land und dessen Kultur näher kennen zu lernen.

Auch die Zusammenarbeit mit den Ditzinger Grundschulen ist uns ein wichtiges Anliegen. Hier wird sowohl vor als auch nach dem Übergang zwischen Grundschule und Gymnasium der Kontakt gepflegt.

Das Islamprojekt in Klasse 8 wird von den Fächern Religion und Ethik durchgeführt und schult Toleranz und Weltoffenheit der Schüler*innen. Hier lernen sie engagierte Gläubige kennen, die ihnen einen Einblick in ihre Religion geben. Im Rahmen eines Sozialprojekts in Klasse 9 arbeiten die Schüler*innen mehrere Tage in karitativen Einrichtungen und bei Projekten mit, die ihnen Erfahrungen in einem anderen sozialen Umfeld vermitteln.

Die Angebote im Rahmen der Ganztagesbetreuung und der Arbeitsgemeinschaften können ohne außerschulische Partner*innen nicht durchgeführt werden. Mit Hilfe von Jugendbegleiter*innen aus dem Kreis der Eltern und der örtlichen Vereine, aber auch aus den Reihen der Schülerschaft können vielfältige Angebote gemacht werden. Unterstützt wird unsere Schule bei der offenen Ganztagesbetreuung durch das Jugendbegleiter-Programm des Landes Baden-Württemberg.

Maßnahmen zur Berufsorientierung sollen Einblicke in die Berufswelt vermitteln. In der BOGY-Woche (Berufsorientierung am Gymnasium, Klasse 10) gewinnen die Schüler*innen Einblicke in die verschiedenen Berufsfelder.

Im Rahmen von zahlreichen Unterrichtsprojekten arbeiten Kolleg*innen und Schüler*innen mit Einrichtungen der Stadt Ditzingen (z. B. dem Kulturamt, dem Stadtarchiv und der Stadtjugendpflege), den Kirchen und karitativen Einrichtungen, den Banken und Betrieben am Ort oder in der näheren Umgebung zusammen. Es bestehen Bildungspartnerschaften Bildungspartnerschaften mit der Volksbank Strohgäu, der Stadtbibliothek Ditzingen, dem Haus Guldenhof, dem Haus Friederike und den Firmen Thales sowie Trumpf in Ditzingen.

 

Kapitel 4 Wir entwickeln Verantwortungsbewusstsein und Engagement.

Unser Ziel ist die Ausbildung einer selbstständigen, weltoffenen und verantwortlich handelnden Persönlichkeit, die sich mit Freude und Ausdauer engagiert. Grundlage dafür sind Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen, die Fähigkeit zur Zusammenarbeit sowie zur sachlichen Formulierung und Annahme von Kritik.

Ein wichtiger Teil des schulischen Lebens und Lernens findet außerhalb des Unterrichts statt. Hier gibt es für die Schüler*innen zahlreiche Angebote, mit zunehmendem Alter Verantwortung zu übernehmen und sich für ihre Schule zu engagieren.

So bietet die Mitarbeit in der SMV die Möglichkeit, sich gemeinsam für die Interessen der Schülerschaft einzusetzen und klassenübergreifende Unternehmungen für die Schule (z. B. Unterstufendisco, Sportturniere oder Fünferfest) zu organisieren. Außerdem vermittelt die SMV auch Nachhilfe durch ältere Schüler*innen.

Mehrfach führte die Schülerschaft des Gymnasiums unter Federführung der SMV das Großprojekt "Schule als Staat" durch. Schüler*innen entwarfen ein Staatswesen mit demokratischen Institutionen und zahlreichen Wirtschaftsunternehmen und setzten dies eigenständig mit großem Lerngewinn eine Woche lang um.

Ab Klasse 5 können sich Schüler*innen unserer Schule zu Schulsanitäter*innen ausbilden lassen und mit zunehmendem Alter die Betreuung von Mitschüler*innen übernehmen, die in der Schule erkranken oder einen Unfall haben.

Ab der 9. Klasse bietet die Schule die Ausbildung zum/zur Schülermediator*in an. Die Mitglieder des Mediatoren-Teams unterstützen Schüler*innen bei der Lösung von Konflikten und stehen auch für die Moderation bei Gruppenkonflikten in Klassen zur Verfügung. Auch der "Raum der Stille", in den man sich in der Mittagspause zurückziehen kann, wird von einem engagierten Team aus Schüler*innen betreut.

In zahlreichen weiteren Bereichen können Schüler*innen durch ihre Mitarbeit nicht nur zum Gelingen des Schulalltags beitragen (z. B. durch die Beteiligung an den Pausenaufsichten, der Mithilfe in der Schülerbibliothek oder die Übernahme der Hausaufgabenbetreuung für die Unterstufe), sondern auch das Bildungsangebot bereichern (z. B. durch das Angebot von Arbeitsgemeinschaften).

Bei dem von Schüler*innen seit 2003 jährlich veranstalteten Kulturabend mit Lesungen, Theater- und Musikdarbietungen sowie Kunstausstellungen und Filmvorführungen zeigen die beteiligten Schüler*innen nicht nur ihre organisatorischen Fähigkeiten. Hier erhalten Gäste, Schüler*innen und Lehrer*innen auch die Gelegenheit, eigene künstlerische Produkte zu präsentieren (z. B. Theaterszenen, Poetry-Slam, Kunst, Musik, Lesungen).

Ab der 8. Klasse werden (oft klassenübergreifend) verschiedene Projekte erarbeitet (z. B. 8er-Projekt, Sozialprojekt), die in besonderem Maße kreatives und selbstständiges Arbeiten schulen. Zahlreiche weitere (Unterrichts-)Projekte (regelmäßige Kunstausstellungen, Klassenkonzerte, Publikationen von Schülerarbeiten, Geschichtsprojekte, Organisation von Diskussionen, Vorträgen und Führungen), oft durchgeführt mit außerschulischen Partner*innen, fordern und fördern bei unseren Schüler*innen die Entwicklung von Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen und selbstständigem Arbeiten.

Die Durchführung und das Gelingen all dieser außerunterrichtlichen Angebote, Veranstaltungen und Projekte sind nicht möglich ohne die verantwortliche, engagierte Anleitung, Betreuung und Mitarbeit durch Lehrer*innen auch über deren Unterrichtsverpflichtung hinaus.

 

Kapitel 5 Wir betrachten unsere Schule als Lernort und Lebensraum.

Neben den fachlichen, personalen und sozialen Kompetenzen aller am Schulleben Beteiligten sind auch die materiellen und sächlichen Voraussetzungen mitentscheidend.

Unser Gymnasium ist Teil des Schulzentrums in der Glemsaue, das wir uns mit der Realschule und der Jugendmusikschule teilen. Das freundliche, lichtdurchflutete Schulgebäude liegt an der Glems in einem parkähnlichen Gelände mit vielfältigen Freiflächen und direkt angrenzendem Sportgelände. Das Pausengelände besteht aus großzügigen Freiflächen rund um das Schulhaus mit von Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen gemeinsam geplanten Bewegungselementen. Die Mensa bietet an vier Tagen in der Woche Mittagessen an. Im Schulhaus bildet die „Wanne“ den zentralen Ort der Begegnung, der für vielfältige Veranstaltungen genutzt wird. Das ganze Schulgebäude wird regelmäßig als Ort für Ausstellungen von Schülerarbeiten und Ergebnissen aus Schülerprojekten genutzt.

 

Verabschiedet von der Gesamtlehrerkonferenz am 18. November 2011. Aktualisierte Fassung vom 13.04.2018.