Das Gymnasium ist die jüngste Schule in Ditzingen; seine eigenständige Geschichte beginnt mit dem Schuljahr 1976/77.  Mit Erlass vom 9. April 1976 teilte das Oberschulamt mit, dass "der Schulbetrieb an dem Progymnasium in Ditzingen mit Beginn des Schuljahres 1976/77 aufgenommen werden kann. Zu diesem Zeitpunkt ist das Progymnasium in Ditzingen errichtet."

Der Weg bis zu diesem freudigen Ereignis war allerdings lang, verschlungen und auch dornenreich. Schon in den 50er Jahren, spätestens seit 1961, hatten Ditzinger Grundschüler/innen Schwierigkeiten, in ein Gymnasium aufgenommen zu werden. Die benachbarten Schulen, vor allem in Korntal und später in Leonberg, waren überfüllt und konnten zunächst nur noch in beschränkter Zahl, später gar keine Schüler/innen aus Ditzingen aufnehmen. So versuchte man vor allem in Feuerbach und in Zuffenhausen unterzukommen.

Im Sommer 1970 fanden in Ditzingen erste Gespräche zwischen dem Oberschulamt Stuttgart und der Stadtverwaltung Ditzingen über die Einrichtung eines Gymnasiums statt. Zum Schuljahresbeginn 1974/75 sollten zum ersten Mal Gymnasiasten in Ditzingen zur Schule gehen können.

Nach einem weiteren Jahr beschloss der Gemeinderat der Stadt Ditzingen ein Schulzentrum bestehend aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium zu errichten. Leider verzögerte sich der 1. Bauabschnitt - die Realschule - bis zum Schuljahr 1975/76 (Grundsteinlegung).

Wohin nun aber mit den Gymnasiasten? Nachdem im Schuljahr 1974/75 an den beiden Leonberger Gymnasien Schüler/innen aus Ditzingen in je einer gesonderten Klasse zusammengefasst waren, konnten im folgenden Schuljahr diese Schüler in ihrem Klassenverband nach Ditzingen in die Räume der guten alte Wilhelmschule überwechseln.

Betreut als Außenstelle des Korntaler Gymnasiums wuchs jedes Jahr die Zahl der Schüler/innen um mehr als 100, und natürlich wurde auch das Kollegium größer.

Bis zum Frühjahr 1977 war der 2. Bauabschnitt - das Gymnasium - so weit gediehen, dass die Schulleiterin am 26. 5. 1977 feierlich den "ersten Spatenstich" vornehmen konnte. Am 20. Oktober 1977 wurde das Richtfest nach altem Brauch gebührend gefeiert - mit Richtspruch und Richtkranz, mit Ansprachen und natürlich auch mit kräftigem Vesper und Getränken.


1978 - endlich im eigenen Haus!

Mit so viel Neugier wie am ersten Schultag des Schuljahres 1978/79 gehen Schüler normalerweise nicht zur Schule. In der Beurteilung war man weitgehend einer Meinung über das "neue Haus"; fast alle äußerten sich sehr positiv über die aufgelockerte, großzügige Bauweise, die gar nichts mit den Schulbauten alten Stils gemeinsam hatte. Das Forum - schnell "Wanne" getauft - verlockte zum Verweilen, und die weiten Pausenhöfe boten genügend Platz zum Austoben. In den sehr gut ausgestatteten Fachräumen konnte Schule vielleicht auch Spaß machen.

Als am 13. Oktober 1978 in einem Festakt das "Jahrhundertbauwerk" feierlich eingeweiht wurde, konnte die Schulleiterin, Frau Oehler, mit Recht sagen: "Wir fühlen uns hier sehr wohl!"

Aber schon damals war klar: Ein 3. Bauabschnitt war unumgänglich, mussten doch noch vier weitere Jahrgänge bis zur 13. Klasse untergebracht werden! Zuvor jedoch musste noch ein anderer großer Engpass behoben werden: Schüler/innen aus Ditzingen mussten zum Sportunterricht nach Heimerdingen gefahren werden, und dennoch konnte nicht einmal die zweite Sportstunde in jedem Falle gegeben werden. Der Gemeinderat setzte ein deutliches Zeichen, als er im Mai 1978 beschloss, die Sporthalle in der Glemsaue zu bauen. Sie konnte am 25. 10. 1980 eingeweiht werden und steht seither auch dem Gymnasium zur Verfügung.


1983 - das erste Abitur am Ditzinger Gymnasium

Auf Antrag der Schulleitung fasste der Gemeinderat am 13. 3. 1979 den Beschluss: Das Progymnasium sollte zur Vollanstalt ausgebaut werden. Mit Erlass vom 22. 6. 1979 kam die Genehmigung des Kultusministeriums. So konnten am Ende des Schuljahrs 1982/83 Schüler/innen in Ditzingen zum ersten Mal das Abitur ablegen. Das Progymnasium hatte sich über das Gymnasium im Aufbau zum Gymnasium gemausert.

Als zum Schuljahr 1979/80 das Angebot um einen neusprachlichen Zug mit der Fremdsprachenfolge Englisch/Latein/Französisch erweitert wurde, wurden am Gymnasium bereits 727 Schüler/innen in 24 Klassen unterrichtet. Dennoch bedurfte es erst der energischen und zielstrebigen Initiative des Elternbeirates, um den längst überfälligen 3. Bauabschnitt im Gemeinderat mehrheitsfähig zu machen. Westansicht mit geologischem Lehrpfad

In den folgenden Monaten nahm das Bauwerk immer mehr Gestalt an - oft genug von Schüler/innen und Lehrer/innen mit sehnsüchtigen Blicken bedacht. Am 5. Mai 1984 wurde schließlich auch der 3. Bauabschnitt mit einem Festakt eingeweiht. Das "Jahrhundertbauwerk" der schulfreundlichen Stadt Ditzingen war damit abgeschlossen, die Raumnot für das Gymnasium mit seinen damals 925 Schüler/innen für eine überschaubare Zukunft behoben.