Jetzt sind sie schon wieder weg, und das ist sehr schade, denn wir hatten sie sehr gerne zu Gast, unsere polnischen und französischen Freunde. Sie reisten für vier Tage an, um das in Frankreich im Herbst erarbeitete Theaterstück zum Thema „Migration“ auch für das Ditzinger Publikum auf die Bühne zu bringen. Der wahre Grund war aber, dass wir uns alle wiedersehen wollten, denn die Freundschaften, die im Herbst geknüpft wurden, haben die Zeit überdauert und sind hier in Ditzingen noch einmal belebt und vertieft worden.

Ganz nebenbei haben die Jugendlichen am Freitag nach 15stündiger Busfahrt von Polen bzw. 7stündiger Zugreise von Rillieux den Tag der offenen Tür des Gymnasiums miterlebt, haben Samstag von morgens bis kurz vor knapp die Szenen und Tänze der Aufführung vom Oktober zurückerobert, ein eineinhalbstündiges Theaterstück in der Wanne des Gymnasiums aufgeführt, im Jugendhaus die Freundschaft befeiert, am Sonntag den Schöckinger Stadtwald begrillt und am Montag die Stuttgarter Königsstraße verunsichert, bevor sie sich mittags und abends wieder auf den Weg in die Heimat machen mussten.
Die Stadt Ditzingen hat das Unternehmen in vielfacher Weise unterstützt, sei es mit der Unterbringung von zwei Begleitpersonen, mit einem wunderbaren Büffet, einem äußerst sympathischen Shuttle nach Stuttgart oder der jetzt schon legendären Ansprache von Herrn Wolf am Abend der Aufführung. Roger König, der Initiator des Ganzen, hat Leib, Herz (!) und Seele in das Projekt gesteckt und mit seinen Worten am Abend in allen ein Fünkchen Rührung hinterlassen.  Die Finanzierung der Reisekosten der polnischen Schülerinnen und Schüler hat das Gymnasium mit großzügiger Geste übernommen, vielen, vielen Dank, Herr Zakrzewski, und ein ebenso großer Dank geht an die Familien der theaterspielenden Schülerinnen und Schüler, die für teilweise vier oder gar fünf jugendliche Gäste Platz geschaffen und sie so liebevoll versorgt haben, dass sie gar nicht wieder gehen wollten.

Nichts wäre aber möglich gewesen ohne Johanna, Pia, Ida, Luise, Tamara, Emma, Leo, Hannes, Kevin und Fabio (in der Reihenfolge der Hausnummern) (oder Geburtstage?) und ihre 20 polnischen und französischen Pendants, denn die wirklich wichtigen Dinge liefen, ohne dass eine Lehrerin in der Nähe war. Wir haben Freundschaften geschlossen und gezeigt, dass Europa auf menschlicher Ebene ein Gewinn ist und funktioniert, auch wenn die Politik uns manchmal das Gegenteil suggerieren möchte.

 Wer noch mehr Fotos oder eine bessere Auflösung haben möchte, wende sich an Jasmin aus der Technik-AK, die alle Fotos gemacht hat.