Viva El Paso!

Schon früh am Montagmorgen standen lange Schlangen schwer bepackter Schülerinnen und Schüler an den Grenzen von „El Paso“. Um 8.30 Uhr ging es mit dem Aufbau der 72 Betriebe los und die zuvor grau-gelben Klassenzimmer verwandelten sich zu Wahrsagestudios, Casinos, Fahrrad- und Holzwerksatt, Cocktailbars und vielen weiteren Betrieben.

 

Um 11.30 Uhr hielt der Premierminister Tobias Grandel eine mitreißende Rede, woraufhin die Staatssekretäre Luftballons in den Nationalfarben Blau, Rot und Weiß in den strahlend blauen Himmel steigen ließen und die Staatsflagge gehisst wurde. Nun trat der Schulleiter Herr Zakrzewski aus dem Publikum. In seinen Händen hielt er ein rotes Samtkissen, auf dem eine Schere lag.

Mit dieser durchtrennte der Premierminister ein rotes Band – somit war der Staat El Paso offiziell eröffnet. Mehrere hundert Schüler strömten ins Schulhaus und stürmten die Zentralbank, um ihr Startkapital von 20 Pesos in Empfang zu nehmen.

 

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Hochzeitsglocken läuteten. Mehrere Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, sich beim Standesamt – eine der gefragtesten Einrichtungen von Schule als Staat – das lang ersehnte Ja-Wort zu geben. Die Eheringe hatten sie in der Holzwerkstatt in Auftrag gegeben.

Jeden Morgen tagte das Parlament von „El Paso“, um über die aktuelle Lage im Staat zu informieren. Täglich ab 8.30 Uhr öffneten die Grenzen und überall pulsierte geschäftiges Treiben. Plötzlich verbreitete sich die Nachricht, dass Falschgeld im Umlauf sei – eine Sensation, über die die Tageszeitung „La Vista“ natürlich unverzüglich berichtete. Die Bürger wurden dazu aufgefordert, ihre Geldscheine zu überprüfen, bevor wilde Gerüchte über die Herkunft des Falschgeldes kursierten.
Am Mittwoch erreichte „El Paso“ mit dem Nationalfeiertag seinen Höhepunkt. Die Bürger erwarteten viele Besucher, besonders für den Abend, an dem ein vielfältiges Kulturprogramm präsentiert wurde. Während der Morgen eher ruhig verlief, gab es ab 16.30 Uhr in ganz Ditzingen keine Parkplätze mehr. Jeder Besucher musste sich an den Grenzposten ein Visum ausstellen lassen. Neben einem Poetry Slam bot das berühmt-berüchtigte Improtheater „Improsecco“ beste Unterhaltung und sorgte somit für einen gelungenen Abschluss des Nationalfeiertags.

Ein weiteres, ganz besonderes Highlight stellte der Besuch von Rainer Wieland, Abgeordneter und Vizepräsident des Europaparlaments, und des Ditzinger Oberbürgermeisters Michael Makurath dar. Regierungsmitglieder führten diese beiden VIPs am Donnerstag durch „El Paso“, während durch den Staat die Inflation galoppierte.

Zum Abschluss der Projektwoche bildeten sich am Freitagmorgen wieder lange Schlangen vor der Zentralbank: Alle Schüler wollten möglichst viele Pesos wieder in Euro zurücktauschen. Zuvor mussten sie ihre Betriebe geschlossen und alles ordentlich aufgeräumt haben. Lediglich eine Donut-Bude verkaufte ihre Reste, auf die sich alle dankbar stürzten.

Diese Projektwoche hat allen riesigen Spaß bereitet und war ein voller Erfolg. Die lange und mühevolle Vorarbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir wünschen uns eine baldige Wiederholung.

Viva El Paso!

Lea Kübler, Deborah Schmid, Annika Becker (Informationsministerium)