Wenn das Schuljahr seinem Ende entgegengeht, stellen die GGDler persönliche Bestleistungen auf. Die einen versuchen durch größeres Engagement im Unterricht noch eine bessere Zeugnisnote zu erreichen, die 10er überwinden nie gekannte Höhenmeter und die Jg 1 sämtliche Schrittzähler-Rekorde in Berlin.

Doch auch hier beginnt und endet alles … mit Schlafen. Ditzingen – Berlin, Montag 15. Juli, 6:30 bis 15:30; genug Zeit, um Schlaf für die gesamte Woche vorzuholen. Nach der Ankunft im Hostel erwartete uns ein für Berliner Verhältnisse kurzer Fußmarsch von ca. 45' zum Reichstag, in dem trotz Müdigkeit ein informativer Austausch über das deutsche Parlament stattfand. Darunter die vielleicht überraschende Feststellung, dass „ein Bundeskanzler nicht immer eine Frau sein muss.“
Das größte Symbol der deutschen Teilung besichtigten wir am Dienstag in der Gedenkstätte „Berliner Mauer“. Danach teilten wir uns in Gruppen auf: Ein Drittel ging mit Frau Götz und Herrn Hanstein zum Fichtebunker, wo die Kriegs- und Nachkriegszeit lebendig wurde. Die anderen trafen sich währenddessen mit Herrn Dreßen und Frau Nagel (sowie geschätzt 250.000 anderen Touristen) am Brandenburger Tor und statteten nach einem Abstecher am Holocaust-Mahnmal der Ausstellung „Topographie des Terrors“ auf dem ehemaligen Gestapo-Gelände einen Besuch ab, die über die NS-Diktatur informierte.
Am Mittwoch-Nachmittag wurden eben diese Rollen getauscht. Vorher jedoch erhielten wir im Innenministerium oder Auswärtigen Amt Einblicke in den Maschinenraum der deutschen Politik. Im Außenministerium starteten wir mit besonders viel Motivation in den Vortrag, nachdem wir vom Referenten hörten, dass der Info-Clip, den wir gleich schauen durften, nicht mal einen Applaus wert sei. Ob sein Vortrag besser war?
Donnerstags erfuhren wir im Stasi-Museum, wie die Geheimpolizei der DDR vorging: So wurde – auch mit Unterstützung der Schule! – gezielt Nachwuchs angeworben oder eine Hausdurchsuchung akribisch vorbereitet. Außer den zeitgenössischen Power-Point-Slides im Arbeitszimmer des Stasi-Chefs Erich Mielke und der Photographie mit UV-Licht (wie bei einer Fernbedienung) ging eine erschreckende Faszination davon aus, wie genau die Stasi vorging.
Noch wussten wir es nicht, aber nach einer kurzen Mittagspause sollte die, rückblickend betrachtet, lebendigste Gesprächsrunde kommen, bei der sich viele Schüler zu aktuellen Themen äußerten. Herr Landenfeld, ein Mitarbeiter unseres Bundestagsabgeordneten Steffen Bilger, stand Rede und Antwort bei Fragen zur eigenen Biographie, zur PkW-Maut, zur Darstellung von Politikern in den Medien, zu Diesel-Fahrverboten, zum Fraktionszwang, Fridays for Future und dem Youtuber Rezo.
In der anschließenden Freizeit haben wir ein letztes Mal Berlin genossen: die Museen (Museumsinsel mit der neuen James-Simon-Gallerie, Naturkunde, Computerspiele), die Lichtershow am Kanzleramt, Döner, Baklava und / oder Nasi Goreng in der Nähe vom Hostel, Spaziergänge zur Spree und die letzten gemeinsamen Nachtstunden in den Zimmern.
Auf der Rückfahrt am 19. Juli war es lange ruhig. Erst nach genügend Schlaf kam durch die üblichen Musik-, Essen- und Spielsessions Leben in den Bus.
Ja und sonst? Die Vemieter von Elektro-Rollern haben an unseren Jungs einiges verdient und unsere Jungs haben gelernt, dass man mit Elektro-Rollern nur auf Fahrrad-Wegen fährt – und auch nur eine Person pro Roller!; 5er-S-Bahn-Karten sind Mist; kollektives Wecker-Versagen konnte bis auf wenige Fälle eingedämmt werden; Schlaf wird überbewertet; WhatsApp-Nachrichten sollte man gründlich auf Informationen zum Programm lesen.
Trotz all dem (oder wegen?) war die Studienfahrt nach Berlin eine sehr gelungene Zeit, die wir nur ungerne hinter uns lassen. Wir bedanken uns herzlich bei unserem Busfahrer Andrés, der uns ruhig und sicher hin- und zurückgefahren hat, den Mitarbeitern des „Amstel House“, die uns einen angenehmen Aufenthalt ermöglicht haben, sowie unseren Lehrern, ohne die unsere letzte Stufenfahrt nicht möglich gewesen wäre: Herrn Dreßen, Frau Götz und Frau Nagel sowie Herrn Hanstein und der leider erkrankten Frau Schweizer, den beiden Hauptorganisatoren. (Sophie, Jg1)

 

Reichstag

Brandenburger Tor

Raben an der Berliner Mauer

E-Roller

Unterwelten

Innenministerium

Museumsinsel: James-Simon-Galerie

Paul-Löbe-Haus

Wegzehrung (Rückfahrt) für 1 Person