Ein Vortrag von Diana Werner (Chillout Ludwigsburg) am 6. Juli  2015

 Erscheinungsformen

Essstörungen sind ein gesellschaftliches Phänomen unserer Zeit und treten in verschiedenen Erscheinungsformen auf. Die Anorexia nervosa (bekannt als Magersucht) ist in der Regel durch ein gesundheitsbedrohliches Untergewicht gekennzeichnet. Bei der Bulimia nervosa (Bulimie) wechseln sich häufige Essanfälle mit gegenregulierenden Maßnahmen ab, wie z. B. Erbrechen. Bei der Binge-Eating-Störung handelt es sich um Essanfälle, die mit einem Kontrollverlust einhergehen. Bei allen Formen einer Essstörung ist charakteristisch, dass die betroffene Person emotional und gedanklich ständig mit dem Thema „Essen“ beschäftigt ist.

 

 Warnsignale

Essstörungen entstehen nicht von heute auf morgen. Sie entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum hinweg und zeigen sich durch verschiedene Warnsignale. Hierzu gehören eine veränderte, negative Körperwahrnehmung, Gewichtsveränderung (in der Regel Gewichtsverlust) und ein verändertes Essverhalten (Verzicht auf Mahlzeiten).  

 Erste Schritte

Bei derartigen veränderten Verhaltensweisen sollten Eltern und Lehrkräfte wachsam sein und mit der betroffenen Person das Gespräch suchen. Dies setzt Vertrauen und ein gewisses Feingefühl voraus. Bei diesem Gespräch ist leider häufig mit einer ausweichenden oder verneinenden Reaktion zu rechnen. Umso wichtiger ist die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule, die das einzige Ziel verfolgt, der betroffenen Schülerin oder dem betroffenen Schüler zu helfen und von Vorwürfen und Schuldzuweisung frei ist.

Eltern können sich an folgende Personen wenden:

  • Den/die Klassenlehrer/-in sieht die betroffene Person in der Schule am häufigsten.
  • H. Schäfer (Schulsozialarbeit) nahm zum Thema an mehreren Fortbildungen teil.
  • Fr. Wagner-Lutz und H. Klotz (Beratungslehrer/-in) haben auch spezielle Kenntnisse auf dem Gebiet erworben.
  • Die Beauftragten für Suchtprävention verfügen über hilfreiche Adressen und Materialien, die sie Ihnen jederzeit gern zur Verfügung stellen.

 Prävention

Grundsätzlich beginnt Prävention immer damit, ein Vorbild zu sein. Besonders was Ernährung und Körperwahrnehmung betrifft, spielt das Verhalten im Elternhaus eine prägende Rolle. Fernen können bestimmte Kompetenzen, die die Gefahr einer Essstörung mindern, bereits im Kleinkindalter gefördert werden: Selbstbehauptung, Körpergefühl, Kommunikation, Problemlösung und Abgrenzung (Nein sagen).

 Wichtig!

Essstörungen können schwerwiegende gesundheitliche, sogar tödliche Folgen haben. Bei einem verhärteten Verdacht ist es dringend notwendig, professionelle medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 Weitere hilfreiche Informationen sowie Therapiemöglichkeiten in der Nähe Ihres Wohnortes finden Sie auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: http://www.bzga-essstoerungen.de