19 Kilometer sind verdammt lang. Und verdammt anstrengend. Vor allem, wenn gefühlt die Hälfte davon ein steiler Aufstieg ist. Auch wenn der Körper schon längst signalisiert, dass eine Grenze erreicht ist, treibt uns der Wille letztendlich doch zum Ziel.

Die Klassenstufe 10 des Ditzinger Gymnasiums versucht das Unmögliche: In 8 Tagen von Deutschland über die Alpen nach Italien zu gelangen. Kann so etwas gut gehen? Aller Anfang ist schwer, so auch unserer. Wir versuchen den Berg zu bezwingen, indem wir gequält durch Blasen, Muskelschmerzen und Kreislaufprobleme Schritt für Schritt dem Ziel entgegen laufen. Auch wenn die erste Hütte erreicht und die Erholung für den ersten Moment vorhanden ist, wissen wir, dass die Reise noch nicht zu Ende ist. Auch die Nacht stellt eine Herausforderung dar, Kopf an Kopf liegen wir auf Matratzen gedrängt und lauschen den Schlafgeräuschen der anderen. Das laute Schließen der Türen, Rufe, atonaler Gesang und Schnarchgeräusche spiegeln die normale Geräuschkulisse in den Hütten wieder. Verärgerte Schüler, die eigentlich schlafen wollen, und sehr aktive Nachteulen, die die Nacht zum Tag machen, bieten sich täglich auf‘s Neue die Stirn.


Egal wie viel Schlaf man in dieser Nacht abbekommen hat, am nächsten Tag geht es nach einem kleinen Frühstück wieder auf die Wanderung. Und auch das Wetter verschont uns nicht jeden Tag, am Donnerstagnachmittag beginnt es in Strömen zu Regnen und auch Blitz und Donner lassen nicht lange auf sich warten. Völlig durchnässt, fast erfroren und vom Wetter demotiviert kommen wir auch an diesem Tag wieder in der Hütte an. Ein Hoffnungsschimmer in diesen dunklen Momenten stellt für uns das Essen dar. Auch wenn es für die Vegetarier oft Spaghetti mit Tomatensoße gibt, werden die anderen mit abwechslungsreichen Menüs versorgt, natürlich in bester Hüttenqualität. Nicht nur dort wurden wir mit Essen versorgt, sondern auch auf unseren Tageswanderungen verwöhnte uns Frau Schlatterer mit ausgewogenem und frischem Vesper. Die Zeit nach dem Wandern wird mit vielen verschiedenen Spielen gefüllt und die Gemeinschaft wird untereinander gestärkt. Außerdem werden viele Gespräche geführt, philosophiert, gelacht, diskutiert und herumgealbert. Während unserer Wanderung wurden herausragende Leistungen mit der sogenannten „Schweinekappe“, einer rosa Plüschmütze in Schweinsform, ausgezeichnet. Ein wenig abgeschottet von der Außenwelt und fehlendem Empfang und Internetverbindung, bemerken wir, wie wir unser normales Zeitempfinden ablegen und uns von der Wanderermentalität anstecken lassen.

Auch wenn wir körperlich und geographisch an unsere Grenzen kamen, war die Zeit in den Alpen für uns sehr bereichernd, da wir die Natur sehr intensiv erleben konnten, die Gemeinschaft untereinander gestärkt wurde und wir uns und unsere persönlichen Grenzen austesten und überwinden konnten. Außerdem werden wir einzigartige Erinnerungen und Erfahrungen aus dieser Zeit mitnehmen und alltägliche Selbstverständlichkeiten wie Duschen, Wäsche waschen und ein eigenes Bett mehr wertschätzen.

Ein großer Dank geht an Frau Krüger, Frau Sproll, Frau König, Herr Köster und Herr Vogt, die sich mit uns dieser Herausforderung gestellt und viel Geduld und Mühe aufgebracht haben, um uns dieses Erlebnis zu ermöglichen. Außerdem danken wir Frau und Herrn Schlatterer, die uns tatkräftig unterstützt und versorgt haben.