Da der Leistungskurs Bildende Kunst sich im Unterricht sehr intensiv mit den Gebäuden des Schweizer Stararchitekten Peter Zumthors auseinandergesetzt hat, fehlte für die optimale Vorbereitung auf das bevorstehende Abitur nur noch das Begehen und Erleben eines solchen architektonischen Meisterwerkes. Also machten wir uns am Morgen des 09. Februar 2018 auf den Weg in unser Nachbarland Österreich, um das Kunsthaus in Bregenz zu besichtigen.

Nach der dreistündigen Zugfahrt, die dank künstlerischer Betätigung wie im Fluge verging, wurden wir am Bahnhof in Bregenz von einer wundervollen Aussicht auf den nebelverhangenen Bodensee empfangen. Bei der Führung durch das Kunsthaus wurden uns die Gedanken und Konzepte Peter Zumthors beim Entwurf des Gebäudes erläutert und die Ausstellung des Künstlers Simon Fujiwaras, die noch bis zum 02.04.18 besucht werden kann, wurde uns näher gebracht. Anschließend bekamen wir die Möglichkeit, bei einem Workshop die Originalmodelle von Zumthors Gebäuden genauer anzuschauen und zuvor im Unterricht überlegte Fragen zu stellen. Nach diesem exklusiven Einblick in die Modellarbeit des Schweizer Architekten blieb uns noch genug Zeit, das Gebäude selbst zu erschließen - und dabei stieg die Faszination am KUB immer weiter. Anfangs noch vom Kurs als „das langweiligste Gebäude von Zumthor“ oder „einfacher Quader“ bezeichnet, wurde uns die Stimmigkeit des Gebäudes immer klarer vor Augen geführt. Denn der Zweck eines Museums, Kunst auszustellen, wurde von Zumthor in den Vordergrund gestellt und optimal umgesetzt. Die Herausforderung hierbei ist, dass genügend natürliches Licht die Kunst gleichmäßig erhellt, der Besucher aber nicht von der Umgebung abgelenkt oder von der Sonne geblendet wird und sich dem Betrachten der Kunst widmen kann. Das opak geätzte Milchglas erfüllt diese beiden Eigenschaften und wurde daher von Zumthor als Fassadenmaterial gewählt. Durch die raue Oberfläche des Glases wird das Licht gebrochen, statt einem punktuellen Lichteinfall entsteht ein „Lichtgas“, das den Raum gleichmäßig erhellt. Der zweite Vorteil des trüben Glases ist, dass man nicht hindurchsehen kann und der kunstinteressierte Besucher nicht von der Aussicht auf die Vorarlberger Umgebung abgelenkt wird.
Fasziniert von dem architektonischen Meisterwerk ließen wir den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen und begaben uns schließlich auf den Weg in die Heimat. Auch die Heimreise verging – dank unserer Papierbegleitung – wie im Fuge.
Dieser ereignisreiche Tag endete gegen elf Uhr wieder in Ditzingen.

Vielen Dank für diesen Ausflug Frau Waschkau!

(Leo, Jg 2)

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