Ein großes Projekt. 120 Jugendliche. Neues Wissen. Neue Freunde. Spaß. Neugier. Bildung. Diskussionen über aktuelle Probleme. Hinterfragen. Das ist YOUNG LEADERS - eine Akademie für Jugendliche, die Ende Juli 2018 zum 61. Mal stattfand … und ich bekam die Chance, ein Teil von ihr zu werden.

Wie 119 weitere Jugendlichen aus ganz Deutschland, die sich aufgrund ihrer schulischen Leistungen und ihres außerschulischen Engagements beworben hatten, fuhr ich nach Strausberg bei Berlin zum „Zentrum Informationsarbeit der Bundeswehr“. Die Atmosphäre war von Anfang an entspannt, aber alle Teilnehmer motiviert und lebhaft bei der Sache, sodass sich bereits am ersten Abend Freundschaften bildeten.
An den ersten beiden Akademietagen hörten wir im Plenum Vorträge über ethische Fragestellungen. Dabei ging es um Grundsätze der deutschen Gesellschaft und Demokratie wie Recht, Menschenwürde, Freiheit und Verantwortung. Prof. Nicanor Austriaco, der auch Priester ist, regte mit Fragen über die Existenz Gottes zu umfangreichen Diskussionen an, die teils bis in die Abendstunden andauerten.
Nachdem also die ethischen Fundamente geklärt waren, setzten sich die nächsten Referenten mit der Vereinbarkeit von Ethik, Moral und militärischen Einsätzen auseinander. Natürlich durfte auch die Frage, wie militärische Auslandseinsätze im Zeitalter der Globalisierung zu rechtfertigen seien, nicht fehlen. Hierbei nahmen Hauptmann Schneider und Oberleutnant Czarnitzki Bezug zu verschiedenen rechtlichen Grundlagen von EU, NATO und UN sowie der BRD. Dr. Carsten Polanz schloss die Vortragsreihe mit den historischen Wurzeln und heutigen Problemen des Islam ab.
Jetzt startete die interaktive journalistische Gruppenarbeit. Die journalistische Arbeit der Web-Mag-, Print- und TV-Redaktion war im Rahmen der Medienworkshops von den Statements im Jugendpressekongress geprägt: Sicherheit in der Zukunft, Wachstum durch Digitalisierung, Medien in der Zukunft und die Erfolgsgeschichte eines Start-ups waren die Themen. Nach der Präsentation aller Ergebnisse der Workshop-Arbeit mit den Journalisten teilten die Betreuer ihre Erfahrungen über ihr Studium mit uns, sodass wir alle viele Tipps für die folgenden Trainings erhielten. Dort konnte jeder zwischen Business English, Körpersprache, Mimik-Resonanz- und Verhandlungstraining wählen und sich somit in einem wichtigen Themenbereich weiterbilden.
Vor der Abreise machten wir einen Abstecher in die Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen. In dieser ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Sicherheitspolitik der DDR wurden viele von den mitreißenden Erzählungen mehrerer Zeitzeugen zu Tränen gerührt.
Außerhalb der Seminare gestalteten wir unsere Freizeit, indem wir Berlin besichtigten, Ausflüge etwa an den Strausberger See machten sowie spontanen Klavierkonzerten und Gesangseinlagen im Foyer der Tagungsstätte lauschten. Zusätzlich wurden bis in die Nacht hinein die Diskussionen mit den Referentinnen und Referenten fortgeführt. Das alles zusammen macht die Akademie aus. „Die Akademie ist so viel. Sie bietet eine wunderbare Plattform für junge Menschen aus ganz Deutschland zusammenzukommen und sich über aktuelle Themen auszutauschen“, sagte Teamer Paul Funk, der einst selbst als Schüler an der Akademie teilnahm. Diese Einzigartigkeit der Akademie betont auch deren Leiterin Verena Bauer, die mit dieser Veranstaltung jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten will, von den Werten zu profitieren, die sich aus dem ersten Artikel des Grundgesetzes herleiten.
Ich konnte über fünf Tage wertvolle Erfahrungen sammeln, neue Kontakte knüpfen und das Wissen der Experten mitnehmen. Sicherlich werde ich in den nächsten Jahren das eine oder andere bekannte Gesicht wiedersehen. (Sophie W., Jg 1)