Eine Premiere am GGD! Die Bundesbank besuchte am 1. Oktober 2019 in Gestalt von Herrn Papaccio die Wirtschaftskurse der Jahrgangsstufe 1 und 2. Statt einem großen Koffer voller Scheine hatte unser Gast aber etwas viel Wichtigeres mitgebracht: nämlich Wissen über Geld!

Doch der Reihe nach: Zuerst galt es, den Unterschied zwischen Geschäftsbanken wie der Volksbank sowie Zentralbanken wie der Deutschen Bundesbank zu erarbeiten, um danach die Aufgaben der Bundesbank wie etwa Bankenaufsicht und Geldpolitik zu betrachten.
Dann standen nach einer kurzen Geschichte des Geldes, die von Naturalien wie Schnecken bis zum heutigen Giralgeld reichte, die Funktionen von Geld auf dem Programm. Natürlich streiften wir die Debatten, ob eine Inflation im Zweifel tatsächlich besser als eine Deflation ist und warum die EZB gerade 2% Inflation anstrebt. Damit die EZB und die Nationalbanken das umsetzen können, sind sie mit einer umfassenden Unabhängigkeit ausgestattet.
Die Geldwertentwicklung wird übrigens mit einem Warenkorb gemessen. Aber auch hier steckt der Teufel im Detail; denn wir stellten sofort Unterschiede zwischen Jugendlichen (Stichwort „PC-Spiele“) und Erwachsenen („Miete“) fest, was das jeweilige Konsumverhalten betrifft; kein Wunder, dass jeder Inflation anders wahrnimmt.
Ja, aber woher kommt nun das Geld? Hierfür ging Herr Papaccio auf die Geldschöpfung, also den Zusammenhang von Zentralbankgeld und Giralgeld ein. Mit dieser Grundlage schauten wir uns unterschiedliche geldpolitische Strategien an, also die Auswirkungen von veränderten Leitzinsen auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Ein vergleichender Blick auf die Inflationsraten etwa in Deutschland, der Schweiz, den USA und Italien rundete einen gelungenen, lebendigen Vortrag ab, der Anlass für viele kontroverse Gespräche in beiden Kursen geben wird. Vielen Dank, Herr Papaccio! (M. Hanstein)