Wenn es draußen kalt wird, dann muss man sich eben im Geist in wärmere Gegenden begeben. Was könnte also besser sein als Rom? So fand am 21. Januar 2019 der zweite Latein-Workshop am GGD unter der Leitung von Jonas Göhler (Universität Heidelberg) statt.

Los ging es mit der Oberstufe: Die Jahrgangsstufen 1 und 2 beschäftigten sich mit der Gattung des Epos. Sie ist wichtig für das Abitur, da die Schwerpunktthemen, die „Aeneis“ von Vergil und Ovids „Metamorphosen“, zu dieser Textsorte zählen.
Kennzeichen des Epos ist das Versmaß des Hexameters und, dass als Figuren sowohl Götter als auch Menschen vorkommen. Außerdem gibt es ausführliche Aufzählungen, die uns heute noch unter dem Begriff „Katalog“ bekannt sind. Nicht fehlen dürfen Schlachten und Kampfszenen tapferer Helden (Aristien), die trotz ihrer Ausführlichkeit nie langweilig werden, denn, wie man schon an Tom und Jerry sieht, „gibt es unendliche Möglichkeiten zu erzählen, allein wie eine Katze versucht eine Maus zu fangen“, so Herr Göhler.
Epen wurde vor Publikum laut vorgelesen. Damit Leser und Hörer sich die Handlung besser vorstellen konnten, fügen Dichter Beschreibungen (sog. „Ekphraseis“) ein, bei denen nicht nur ein Gegenstand wie ein Schild oder Tempel beschrieben werden. Nein, der Gegenstand weist über sich hinaus. Die Dichter nutzen die Beschreibungen für Prophezeiungen, wenn auf dem Schild schon römische Helden „der Zukunft“ zu sehen sind, oder für Aussagen, wie sie sich ideale Dichtung vorstellen, oder dafür, Einblicke in die Gedanken und Gefühle des Helden zu gewähren.
Schon war die Doppelstunde herum, und während die Oberstufler in den „normalen“ Unterricht zurückgingen, setzten sich die Lateiner der Klassen 9 und 10 mit dem „Jahreswechsel in Rom“ auseinander. Was hat das mit uns zu tun? Viele heutige Bräuche und Namen lassen sich auf die Römer zurückführen. Auf die Geschenke am römischen Saturnalienfest, das Ende Dezember stattfand, geht auch unser Weihnachten zurück. Außerdem wurden den Schülern auch die Namen der Monate des Jahres und damit deren Herkunft erklärt. Der Januar beispielsweise ist nach dem Gott Janus benannt, der mit seinen zwei Gesichtshälften zugleich in der Vergangenheit (das alte Jahr) und die Zukunft (das neue Jahr) schaut.
Natürlich wünschten die Römer sich auch ein frohes neues Jahr und pflegten spezielle Bräuche an Neujahr. So waren am Neujahrstag die Gesetze in Rom etwas lockerer. Nur jetzt durfte man um Geld spielen - und das auch noch in der Öffentlichkeit! - , was sonst streng verboten war.
Die Klassen 9 und 10 haben viele neue Einblicke in das Leben der Römer erhalten und können diese nun auch mit der heutigen Zeit verbinden.
Wir danken Herrn Hanstein für die Organisation und unserem Referenten Herrn Göhler. Kommen Sie bald wieder, dann zum dritten Latein-Workshop!
(Mareike & Annika)