Alle Wege führen nach Rom – so heißt es zwar, doch das bedeutet nicht, dass man die lateinische Sprache nur dort erleben kann. Deshalb begab sich der Latein-Leistungskurs des Gymnasiums in der Glemsaue unter Leitung von Herrn Hanstein am Donnerstag, dem 13. Juli 2017, auf Exkursion in die Universitätsstadt Heidelberg.
Unser Weg führte uns zuerst in das Seminar für Klassische Philologie. Dort erwartete uns bereits Herr Göhler mit körperlicher Nahrung (Schokokekse!) und geistiger. In seiner kurzen Einführung in die klassische Philologie lernten wir, dass sich das Wort „Philologie“ aus dem Griechischen „philos“ („Liebe") und „Logos“ („Wort") zusammensetzt und somit die Liebe zum Wort bedeutet, also ein genaues Lesen. Informationen zur Universität Heidelberg durften natürlich nicht fehlen, Highlight war jedoch eine Kopie von einer 1.600 Jahre alten Inschrift von Vergils „Aeneis“. Obwohl Punkt, Komma oder Leerzeichen fehlten, zwischen U und V kein Unterschied gemacht wurde und einige Silben oder Buchstaben abgekürzt wurden, schafften wir es doch, ein paar Verse zu lesen.

Nun besuchten wir eine Vorlesung unter Leitung von Prof. Schwindt, die sich mit Ovid und der europäischen Moderne beschäftigte. Man merkte deutlich, dass wir das Niveau der Schule hinter uns gelassen hatten, als die Frage aufkam, woran man eigentlich fiktionale Texte, also Texte mit erdachtem Inhalt wie viele Romane, von solchen, die der Wirklichkeit entsprechen (wie ein Bericht) unterscheiden kann. Indem hierfür wurden aktuelle Literatur-Theorien genutzt wurden, merkte man, dass man auch nach 2000 Jahren noch einen neuen Blick auf Ovids „Metamorphosen“ werfen kann.
Nach diesem Vormittag waren wir schon gespannt darauf, was uns nach der Mittagspause erwarten würde. Treffpunkt war die Peterskirche, die älteste Kirchen Heidelbergs. Hier erläuterte uns Prof. Düchting die dort ausgestellten Grabmale samt deren lateinischer Inschriften.
Den Rest des Nachmittags könnten wir beim entspannten Bummeln durch die schöne Altstadt verbringen, bis wir uns nach einem anstrengenden, aber lehrreichen Tag schließlich wieder auf den Heimweg machten.

  Leo P. (Jg. 1)