Am Mittwoch, den 7. Oktober besuchte die Klasse 10a des Gymnasiums in der Glemsaue mit ihrer Klassenlehrerin Frau Walter das Residenzschloss in Ludwigsburg.
Im Rahmen einer Unterrichtseinheit im Fach Deutsch zur Epoche des Barock sollten sich die Schüler schon während der Sommerferien ein eigenes barockes Outfit zusammenstellen. Kleine Stilabweichungen, die das Kostüm etwas „cooler“ gestalten würden, waren dabei durchaus erlaubt und erleichterten die „peinliche“ Fahrt in der S-Bahn nach Ludwigsburg.

 

In Ludwigsburg wurden wir von unserem Führer durch die prachtvollen Räume des Schlosses geführt und erhielten Informationen zum Absolutismus, die den Schülerinnen und Schülern bereits aus einer zuvor gehaltenen GFS und dem Unterricht bestens bekannt waren.
In Form von Personenkonstellationen, die durch die Schüler als Standbild dargestellt wurden, veranschaulichte unser Führer die damalige Ständeordnung und es wurde ganz deutlich, dass ein solches Barockschloss für viele im 17. Jahrhundert eher ein goldener Käfig als das Paradies auf Erden war.

Die grenzenlose Pracht im Schloss war mit großen Opfern vor allem im Kreise der einfachen Bevölkerung verbunden. Antike Götter, dralle barocke Engelchen, Alabaster und Kronleuchter aus feinstem geschliffenem Glas wurden dem Geldbeutel des Volkes abgezwungen, um dem Vorbild Ludwig des IVX möglichst nahe zu kommen.
Da waren wir doch froh, zum  erlauchten Zirkel der Adeligen zu gehören.

Großzügig erlaubten wir auch unserem einzigen Bauern das Menuett im Marmorsaal des Schlosses mitzutanzen, obwohl die damalige Devise lautete: „Der Bauer ist an Ochsen statt, auch wenn er keine Hörner hat.“ Wie sich herausstellte, zeigte der Bauer mehr Taktgefühl als mancher Hochwohlgeborene.

Die Reisegruppen aus England und Japan erfreuten sich an den tollen Kostümen der Schüler und nach anfänglichen Hemmungen machten wir uns gar nichts mehr aus den überraschten Blicken der anderen Fahrgäste in der S-Bahn auf dem Heimweg nach Ditzingen und zurück in die Moderne.

Das Fazit: Es war eine erlebnisreiche Fahrt in die Welt eines Herzogs und seiner Maitresse, aber am Ende waren doch alle froh, als man wieder in die bequeme Jeans schlüpfen durfte, auch wenn man auf diese Art ein „Sansculotte“ (einer ohne Kniebundhose) war.