Am Dienstag, den 18.01.2011 hieß es für die Klassen 9a und 9d - auf zum Theaterbesuch! Viele hatten große Freude, endlich wieder mal dem Schulalltag zu entkommen und in das - von den Zeitungen gelobte - Theaterstück „Nachtblind“, einem Jugenddrama der Schweizer Autorin Darja Stocker, zu gehen.

In der dritten Stunde sind wir unter etwas Zeitdruck aufgebrochen, haben dann tatsächlich die geplante S-Bahn nach Stuttgart verpasst und mussten 30 Minuten auf die nächste Bahn warten. Mit Müh und Not und einigen Sprinteinlagen haben wir es aber doch noch rechtzeitig in das Kammertheater geschafft.

Nachdem jeder sein Plätzchen gefunden hatte, begann das Theaterstück mit einem musikalischen Auftakt.

In dem Stück geht es um die leicht rebellische Leyla und ihre Geschichte, um Liebe, Verzweiflung, Hass und familiäre Probleme. Leylas Bruder Rico, im albernen Cowboykostüm und mit Spielzeugpistolen bewaffnet, wirkt psychisch angeschlagen, ausgeflippt und unzurechenbar. Die Mutter achtet sehr auf ihr Äußeres, trinkt ständig Wein und wirkt überfordert. Vom Vater bekommt man kaum etwas mit, außer dass er eine psychiatrische Klinik leitet.
Und natürlich geht es auch um Moe, den farbenblinden, hochbegabten Einzelgänger, den Leyla auf dem Graffiti-Platz kennen lernt. Man bemerkt von Anfang an, dass Moe und Leyla sich mögen, doch Leyla hat eine dunkle Vergangenheit. Sie hat seit drei Jahren einen Freund, „den Großen“. Dieser leidet unter ständigem Kontrollwahn und großer Eifersucht. Obwohl er Leyla oft verprügelt, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Plötzlich verschwindet er ohne Ankündigung. In dieser Zeit nimmt auch Leylas Stress in der Familie unerträgliche Maße an. Doch als „der Große“ eines Tages wieder auftaucht, heißt das nicht Gutes. Er vergewaltigt sie. Die letzte Szene schließt sich wieder der Anfangsszene an, dem Kennenlernen von Leyla und Moe.

Das Stück, mit anderen kleinen Handlungssträngen, mit sehr viel live gesungener und gespielter Rockmusik und grellen Lichteffekten, ist sehr gut gespielt worden. Andererseits war es auch manchmal schwierig, die Zusammenhänge zu verstehen, da die Dialoge sehr kurz gefasst und direkt auf den Punkt gebracht waren. Dadurch wurde der Effekt verstärkt, in einer öden, von Problemen bestimmten Welt zu leben, in der man sich außer Smalltalk nichts zu sagen hat. Teilweise war es auch etwas langatmig. Trotzdem war es im Großen und Ganzen ein interessanter Theaterbesuch und ein gelungener Tag.

Von Anika Janus und Martine Wolber, 9d
Ergänzt von Tobias Hanßmann und Daniel Hinderer, 9d